Zum Bebauungsplan 116 („Parkquartier Marktstraße“):

Stellungnahme Parkquartier Marktstraße

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich seit der ersten nicht-öffentlichen Vorstellung der Pläne des Investors intensiv mit den verschiedenen Facetten des Projekts auf der Ostermannschen Wiese auseinandergesetzt.

In Quickborn fehlen bezahlbare Wohnungen.

Wir sehen angesichts eines angespannten Mietwohnungsmarktes die Notwendigkeit, hier in Quickborn weitere Wohnungen unterschiedlicher Größe zu bauen.

Das uns vorgestellte Bebauungskonzept in zentraler Lage Quickborns begrüßen wir daher.

Eine städtebauliche Nachverdichtung, bei der die bereits vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann, vermindert die Versiegelung weiterer zusätzlicher Flächen für Straßenbau.

Eine durchgehende „grüne Mitte“ als Freiraumzone mit Wiesen, Obstbäumen und naturnahen Grünflächen sorgt für eine hohe Aufenthaltsqualität auch für die Anwohner der umliegenden Wohngebiete.

Ein lokales Regenwassermanagement berücksichtigt die Gefahren bei Starkregen.

Die vorgesehene Bauweise sowie das Grünkonzept sind in hohem Maße nachhaltig, eine perspektivisch klimaneutrale Fernwärmeversorgung ist an diesem Standort möglich und geplant.

Die Auswirkungen auf die Auslastung von Kitas und Schulen nahmen wir genauso in den Blick wie die Versorgung mit PKW-Stellplätzen.

Ein Teil der Wohneinheiten wird sozial gefördert.

Mit Holz in modularer Bauweise kann kostengünstig und ressourcen- und klimaschonend gebaut werden.
Die dreigeschossige Bauweise sorgt für eine geringere Versiegelung im Gegensatz zum Bau von ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern.

Gleichzeitig schirmen die etwas höheren Gebäude die zurückliegende Bebauung vom Lärm der Marktstraße ab.

Wofür wir uns einsetzen:

Der Investor sollte mindestens 30 % der neu geschaffenen Bruttogrundfläche als öffentlich geförderten oder preisgedämpften Wohnraum anbieten.

Um das Konzept der Verringerung des Autoverkehrs tragfähig zu machen, werden wir uns weiter für eine Verbesserung des ÖPNV-Angebotes in Quickborn einsetzen.
Der Bahnhof Quickborn muss mit einer Taktung der Buslinie von maximal 20 Minuten erreichbar sein.

Die Scheune als multifunktionalen Treffpunkt umzugestalten, bietet eine große Chance in Quickborn einen dringend benötigten, für private Veranstaltungen nutzbaren Ort zu schaffen. Kommerzielle Veranstaltungen sehen wir dort nicht.

Naturnahe Grünflächen müssen soweit möglich erhalten bleiben, überflüssige Flächenversiegelung ist zu vermeiden

Ressourcen- und klimaschonende Bauweise und Klimafolgen-Anpassung ist zu berücksichtigen 

Die Planung sollte unter Einbeziehung der Anwohnerschaft erfolgen.

Mit dem Startschuss der Bauleitplanung werden nun verschiedene Gutachten eingeholt und Stellungnahmen ausgewertet.
Wir hoffen auf eine rege Beteiligung der betroffenen Anwohnerschaft an den weiteren öffentlichen Diskussionen, die nun folgen werden. Dort haben sie die Möglichkeit, Einfluss auf die weitere Planung zu nehmen.

Antworten auf noch offene Fragen auch zu gewerblichen Nutzungskonzepten oder Verkehrsflüssen müssen die Interessen der Menschen im Umfeld des Projekts berücksichtigen.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen wird diesen Prozess weiterhin konstruktiv-kritisch zum Wohle unserer Stadt begleiten.